Einladung zur Jahresversammlung vom 11.9.2010 Dateigrosse 55.6 KB
Bericht Daoud Nassar Februar 2010 Dateigrosse 67 KB
Frauen Workshop Woche vom 23.-28.3.2009 Dateigrosse 1052 KB
Jahresversammlung vom 27. August 2008 (inkl. Bericht Daoud aus dem Projekt)
siehe auch Bericht Zürichsee-Zeitung vom 17.7.2008 von Adreas Schneiter-Kranich Dateigrösse 392 KB
Protokoll der 7. Jahresversammlung vom 5.9.2007 Dateigrösse 28 KB

 

Inhalt:

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Bericht aus der Projektstelle von Daoud Nassar, Februar 2008

Liebe Freundinnen und Freunde
Wieder ist ein Jahr vergangen und wenn wir zurück schauen, so sind wir Gott sehr dankbar für all das, was wir bis jetzt erreicht haben in einer sehr schwierigen Situation.

Herzlichen Dank auch an alle, die uns mit Gebeten begleitet haben, die an uns gedacht haben und unsere Arbeit ideell und finanziell unterstützt haben. Vielen Dank für diese Solidarität!
Das Jahr 2007 war kein gutes Jahr für uns Palästinenser, unsere Situation hat sich verschlechtert. Das Volk steht an einem anderen Ort als seine Führung: Wir haben auf eine Führung gehofft, die das Volk wieder vereinigt, aber das Ergebnis waren zwei Regierungen auf zwei Gebieten unter Besatzung. Manchmal muss man fast darüber lachen. Israel seinerseits profitiert von der Situation der Palästinenser: Es sagt, solange wir keinen Partner haben, können wir keinen Frieden mit den Palästinensern schliessen. Gleichzeitig schafft Israel mit der Siedlungspolitik und der Apartheidmauer neue Fakten in der West Bank.


Im letzten Jahr sind die israelischen Siedlungen um Bethlehem herum ausgebaut worden. Die Apartheidmauer ist bald fertig. Der Tunnel, der Bethlehem mit den Dörfern westlich verbinden soll, ist ebenfalls bald fertig. Auf unserem Grundstück werden wir uns bald in einer Situation befinden, wo wir mit 5 Dörfern von Bethlehem abgeschnitten sein werden.


Landprozess

Der Landfall wurde vom Obergericht zurück an das Militärgericht delegiert. Das Militärkomitee teilte unserem Rechtsanwalt mit, dass wir das Land neu registrieren lassen können, damit es von Israel anerkannt wird. Ich habe meine Fragen und Befürchtungen, trotzdem haben wir damit begonnen. Eine israelische Firma musste das Land noch mal vermessen und Luftaufnahmen machen. Ebenfalls haben wir einen Registrierungsantrag an die israelische Ziviladministration in der West Bank gestellt. Im letzten Jahr haben wir 10,000 US-Dollar für den Anwalt und $3000 US-Dollar als erste Anzahlung für die Registrierung bezahlt, neben weiteren Aufwendungen für den Antrag und eine Luftaufnahme.
Projektentwicklung
Wir haben im letzten Jahr vieles erreichen können trotz der schwierigen politischen Situation. Das Ziel war, weitere Schritte in Richtung Selbständigkeit zu gehen. Wir müssen uns darauf vorbereiten, getrennt von Bethlehem zu existieren.


Landwirtschaft

Im Jahr 2007 wurden 1000 Oliven und andere Fruchtbäume gepflanzt. Auf dem Gelände von Dahers Weinberg haben wir nun insgesamt mehr als 2500 Olivenbäume und Hunderte von anderen Bäumen. (Weinstöcke, Feigen, Mandeln, Äpfel, Aprikosen und andere Bäume). Wir erwarten in den nächsten 3 bis 6 Jahren viel an Ernte. Landwirtschaft ist ein Ziel auf dem Weg der Selbstständigkeit. An dieser Stelle möchte ich allen, die Bäume gesponsert haben und allen, die bei dieser Aktion geholfen haben ganz herzlich danken.

Im April wurde mit der Hilfe von einer norwegischen Organisation (70% der Kosten) ein Gewächshaus gebaut. 30% der Kosten mussten wir selber decken.

Im August haben wir mit der Hilfe von der Organisation Worldvision neue Felder mit grossen Bulldozern kultiviert für 1000 neue Bäume, die wir im Winter 2008 pflanzen wollen. Worldvision hat 65% der Kosten übernommen und wir den Rest.


Infrastruktur

Im Jahr 2007 ist es uns gelungen, die Infrastruktur auf dem Weinberg für das Projekt "Zelt der Völker" auszubauen. Der Campingplatz wurde verbessert, Steinböden für die Zelte wurde unter anderem mit der Hilfe unserer Zivildienstleistenden gebaut und der Campingplatz mit einer Stromleitung vernetzt. Wir haben einen grossen Platz aus Natursteinen vorbereitet für unser Musikfestival im Juli 2008. An diese Stelle möchte ich der englischen Gruppe aus Leeds für ihre Mitarbeit ganz herzlich danken. Wir sind dabei eine neue Küche beim Volontärshaus zu bauen, sie wurde auch mit Glasfenstern zugemacht und mit Wasser, Strom und Abwasserleitungen vernetzt. Zudem haben wir im Sommer mit der Renovation von zwei neu entdeckten Höhlen begonnen.


Jugendaktivitäten und Programme

Wir haben im Jahr 2007 vier Camps gehabt: Im April mit einer Partnergruppe aus England, im Juli mit einer internationalen Jugendgruppe, und das Jugendfestival Ende Juli, das wir am letzen Tag mit einem schönen Abschluss mit den Eltern und Freunden der Kinder feierten.


Internationale Jugendaustauschprogramme

Im Juni 2007 hatten 12 Jungen und Mädchen aus der Jugendgruppe die Möglichkeit, für zwei Wochen nach England zu fliegen. Es war eine gute Zeit und die Jugendlichen haben viel davon profitiert. In Leeds haben wir an einem Jugendfestival mit über 100 Jugendlichen aus 10 Ländern teilgenommen. Die Gruppe tanzte einige palästinensische Dabke-Tänze und war eine der Besten. Die Stadt Leeds hat uns im Jahr 2008 wieder eingeladen und die Gruppe ging sehr motiviert wieder nach Hause. An diese Stelle möchte ich unserer Partnergruppe in England ganz herzlich danken. Einen herzlichen Dank an Jihan, die die Jugendlichen auf die Reise und das Festival vorbereitete.


Frauenarbeit im Dorf Nahalin

Dieses Projekt hat sich im 2007 entwickelt. Über 60 Frauen haben von den verschiedenen Englisch- und Computerkursen profitiert. Daneben wurden verschiedene Aktivitäten, Workshops und Vorträge angeboten. Das Highlight des Jahres war die Frauenwoche im April. Dieses Programm wird jedes Jahr im April durchgeführt.

 

 

 


 


Preis und Fundraisingreisen


Im Mai war ich in Deutschland eingeladen, um in mennonitischen Gemeinden zu sprechen. Das Friedenskomitee der Mennoniten verlieh mir den Michael Sattler-Friedenspreis.
Im Dezember war ich in den USA eingeladen. Dort hatte ich die Chance, viele Gemeinden zu besuchen und das Projekt mit verschiedenen Organisationen zu vernetzen. Auf der politischen Ebene konnte ich mit zwei Senatoren und einem Kongressabgeordneten sprechen und zwei Treffen im Aussenministerium in Washington DC abhalten.
Wir haben mit Freunden aus den USA eine Organisation gegründet, die "Friends of Tent of Nations North America" heisst (www.fotonna.org). Ich bin froh, dass der Kreis der Freunde von "Tent of Nations" stetig wächst. Die Erfahrungen dort waren gut, viele Menschen wollen mehr wissen.
Gäste und Solidaritätsbesuche
Im Jahr 2007 haben uns einige Gäste- und Solidaritätsgruppen aus verschiedenen Länden inklusiv Israel besucht, die kleinste Gruppe umfasste 10 und die grösste 150 Personen, die im November zwei Tage und Nächte auf dem Weinberg verbrachten. Sophia Bietenhard vom Schweizer Freundeskreis besuchte das Projekt mit einer Studierendengruppe der Pädagogischen Hochschule Bern im September. Ich danke allen Besucherinnen und Besucher!
Volontäre
Wir sind froh, dass jedes Jahr Zivildienstleistende aus Deutschland für 13 Monate auf dem Weinberg bleiben und in der praktischen Arbeit helfen. Neben diesen ZVS kamen viele Volontäre aus verschiedenen Ländern, auch aus Israel, und haben bei der Arbeit geholfen.
Herzlichen Dank an alle, die uns im Jahr 2007 geholfen haben und alles Gute auch Ihnen!

Daoud Nassar
Projektleiter Tent of Nations - People Building Bridges
(www.tentofnations.org)


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Jahresbericht der Präsidentin 2007

Das vergangene Vereinsjahr möchte ich als ein eher Schwieriges beschreiben, obwohl ich auch mit Zufriedenheit feststellen will, dass wir die Probleme und Fragen klar erkannt haben, sie angehen und auch zu schwierigen Entscheiden bereit sind. Ich möchte dabei unterstreichen, dass meine Ausführungen unabhängig davon zu verstehen sind, dass wir die geleistete grosse Arbeit im Projekt unter schwierigsten Bedingungen würdigen und dies auch immer wieder ausdrücken.

In seinen Sitzungen hat sich der Vorstand zum einen mit der prekären Finanzlage befasst und - was insbesondere ja auch meine Aktivität betrifft - ehrlich dazu bekannt, dass aufgrund unserer beruflichen Belastungen ein intensives Fundraising gegenwärtig eher in den Hintergrund getreten ist.

Zum andern aber setzten wir uns (und dieser Prozess dauert an) mit den Plänen hinsichtlich der Projektentwicklung auseinander, die wir an der Jahresversammlung 06 auch unterbreitet und von der Versammlung haben gutheissen lassen, das heisst der längerfristigen Ausrichtung auf eine klar erkennbare Organisation im Projekt Zelt der Völker, der Konzentration auf bestimmte Bereiche durch unsere finanzielle Unterstützung und dem Beizug einer professionellen Beratung, wie sie im Angebot von Mohammad Darawshe aus Israel vorläge. Wie wir wiederholt dem Projektleiter Daoud Nassar gegenüber klar machten, erachten wir diese Strategie als wegweisend, um die Zukunft des Projektes, und damit verbunden des Landbesitzes, zu sichern. Das magere Fundraising einmal beiseite, denken wir- und dies wurde uns von verschiedenen Seiten auch gesagt - dass die Ebene der Finanzierung, auf die wir uns bisher vor allem abstützten, nämlich Einzelpersonen oder -haushalte und (Kirch-)Gemeinden bzw. einige Landeskirchen, nun ausgeschöpft ist. Auch diese Kreise, die anfänglich spontan und ohne grosse strukturelle Forderungen Aufbauhilfe leisteten, erwarten nun weitere Schritte in Richtung einer ausgewiesenen Organisation. Ohne dies gelingt es bei uns nicht, die nächste Ebene der grossen Stiftungen oder des Bundes anzugehen. Und es wird mittelfristig nicht möglich sein, international zu der benötigten Unterstützung zu gelangen. Es war von Beginn an unser Plan, dass sich das Projekt in Bethlehem aus der einseitigen Abhängigkeit zu unserem Freundeskreis löst und auf eine breitere Ebene geführt wird. Dies ist in finanzieller Hinsicht bisher nicht geschehen, obwohl Daoud Nassar grosse Arbeit im Bereich der Grassroot-Begegnungen mit sehr vielen interessierten und begeisterten Menschen von überall her leistet. Diese sind zwar hilfreich für die menschliche Reputation des Projekts, aber wenig lukrativ für die Art finanzieller Investitionen, die nötig wären.

Das Projekt "Zelt der Völker", das in Bethlehem zwar von der Familie Nassar als ein von ihr unabhängiges Projekt angeschaut wird und unter der Schirmherrschaft des Bethlehem Bible College steht, wird von aussen her nicht als unabhängige Organisation wahrgenommen. Dies ist auch de facto nicht der Fall, wenn wir die Arbeitsweise im Projekt anschauen, die - abgesehen von den ausländischen Volontären - ganz von den Familienmitgliedern getragen wird. Selbstverständlich ist die Anstellung von anderen Arbeitskräften wiederum abhängig von Einkünften, und so ist denn ein Kreislauf im Gange, der eigentlich nur vom Projektleiter Daoud Nassar selbst durchbrochen werden kann. Dass wir nicht alleine stehen mit unserer Haltung, bestätigte ein konstruktives Treffen mit der Präsidentin und dem Kassier des deutschen Partnervereins "Dahers Weinberg" in Trier an unserer Sitzung vom 21. Februar 07 in Zürich. Auch sie beginnen, falls sie weiterhin Volontäre ins Projekt schicken wollen, Professionalisierungsforderungen an Daoud Nassar zu stellen.
Dies setzt diesen natürlich erheblich unter Zugzwang, und so stellt sich die Kommunikation unter uns als nicht einfach heraus. Ich verstehe seinen Ärger über die fehlenden Einnahmen auf unserer Seite, die für ihn natürlich eine grosse Unsicherheit bedeuten. Mehr Mühe bereitet es mir, wenn ich doch festzustellen meine, dass bei ihm eine freiwillige Einsicht eher fehlt, auf unsere Vorschläge einzugehen und die entsprechenden Schritte zu wagen. Daoud Nassar war an der letzten Vorstandssitzung vom 30. Mai anwesend, an der wir ihm denn auch klare Forderungen für die Organisationsentwicklung unterbreiteten. Persönlich habe ich meine weitere Tätigkeit im Vorstand an seinen Entscheid gebunden, auf diese Forderungen einzugehen oder nicht. Erste Schritte hat er nun unternommen und uns auch offen seine eigene Haltung kundgetan. Wir sind uns der Schwierigkeiten bewusst, die unsere Klarheit für den Projektleiter bedeutet, aber auch der Folgen für unsere Tätigkeit als Schweizer Freundeskreis, wenn wir einen unbefriedigenden Status quo aufrechterhalten. Die Diskussion muss nun darüber geführt werden, ob der Verein das Projekt wie es ist, weiter tragen will, oder aber die Ausrichtung des Vorstandes unterstützt.

Enttäuschend war für mich der fehlende Rücklauf auf das Angebot im Märzversand, Daoud Nassar für Veranstaltungen in der Schweiz während der Jahresversammlung einzuladen. Sehr enttäuscht bin ich von Kreisen in der Schweiz, die wissen sollten, dass es uns als existenziell tragende Vereinigung des Projektes gibt und es dann für nicht nötig halten, uns zu informieren geschweige denn mit uns zu koordinieren, wenn sie Daoud Nassar für Veranstaltungen in Basel oder in der Nähe von Bern einladen. Es berührt mich seltsam, wenn Schweizerinnen und Schweizer sich über die in zivilen Angelegenheiten unmöglichen und anarchischen Zuständen in den palästinensischen Gebieten beklagen und sich dann über die strukturellen Hilfen, die wir bei uns zur Verfügung haben, nämlich Absprache- und Vereinsgepflogenheiten, hinweg setzen. Dies schadet letztlich dem Projekt in Bethlehem selbst am meisten.

Wie gesagt, hat diese Auseinandersetzung auch Gutes: Lösungen und Entscheidungen müssen gesucht und getroffen werden. Ich kann mich besonders abstützen auf das konstruktiv-kritische Mittragen des Vorstandes sowie auf die einhelligen Stimmen etlicher professioneller Berater im In- und Ausland, die ich von Zeit zu Zeit beiziehe. Und die Mitarbeiterinnen im Sekretariat der "Weltweiten Kirche" Elisabeth von Rütte und Magdalena Schlosser, tragen sachlich viel dazu bei, uns von den administrativen Aufgaben zu entlasten.

Bern, 05. September 2007
Sophia Bietenhard

 

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Sommerkurse für Kinder und Jugendliche


Leitidee:

An Wochenenden und in den langen Sommerferien, die zwei Monate dauern, ist es wichtig, die Kinder und Jugendlichen zu beschäftigen. Es ist auch denkbar, dass sich aus diesen Sommerkursen neue Mitglieder für die Jugendgruppen rekrutieren.

Bei diesen Programme ist die Kooperation mit anderen Institutionen und Organisationen in Bethlehem und Umgebung wichtig. Ebenfalls soll der Weinberg mit der Infrastruktur von "Zelt der Völker" genutzt werden. Es bestehen folgende Ideen für Kurse und Angebote von einer Woche für je 20 Jugendliche:

Brücken bauen mit Steinen:

Bearbeiten und bemalen von Steinen. Hier kann auch ein Austausch mit dem Kunstzentrum von Givat Haviva geplant werden.

Material US$ 630 SFr. 1'040.--
Honorar für lokale Künstlerin US$ 600 SFr. 990.--
Dokumentation US$ 200 SFr. 330.--
Total US$ 1430 SFr. 2'360.--



Malen und Gestalten:

Anleitung zum freien Malen und Gestalten

Material US$ 600 SFr. 990.--
Honorar lokale Künstlerin US$ 600 SFr. 990.--
Total US$ 1'200 SFr. 1980.--



Musik und Tanz:

Anleitung zum Herstellen und Spielen von Instrumenten und zum Tanz

Material für einfache Instrumente wie Blockflöten, Trommeln, etc. US$ 1'200 SFr. 2000.--
Honorar lokale KünstlerIn US$ 600 SFr. 960.--
Total US§ 1800 SFr. 2960.--

Tagesprogramme für Jugendtreffen

auf dem Weinberg mit Diskussionen, Arbeitseinsätzen, Musik, Spielen und Feiern. Individuelle Kosten.

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Ein Spielplatz für "Zelt der Völker" auf dem Weinberg

Leitidee:

Für die Begegnungscamps und die Sommerkurse, sowie für die Treffen der Jugendgruppen soll auf dem Areal "Zelt der Völker" ein Spielplatz erstellt werden. Längerfristig ist vorgesehen, den Platz einer grösseren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Der Platz muss von Grund auf gestaltet werden. Vorgesehen ist aber eine sanfte, ökologisch und mit den Ressourcen des Projekts verträgliche Nutzung. Einfache Arbeiten können auch die Jugendlichen und Gastgruppen leisten.

Geschätzte Kosten (Planung und maschinelle Bauarbeiten inbegriffen):

Platz ebnen US$ 1400 SFr. 2'240.--
Sand, Belag u.a. Materialien US$ 2500 SFr. 4'000.--
Kinderspiele, Schaukel, etc. US$ 3900 SFr. 6'240.--
Infrastruktur (Strom, Wasser) US$ 2300 SFr. 3'680.--
Sitzplätze US$ 1900 SFr. 3'040.--
Total US§ 12000 SFr. 19'200.--

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Bericht von unserer Mitarbeiterin Sibylle Mani im Projekt "Zelt der Völker" Bethlehem, 07.02.05

Nach der Ankunft in Bethlehem habe ich mich wieder an ein sesshaftes Leben gewöhnt und mir ein Umfeld geschaffen, in dem ich mich wohl fühle.

Mein Auftrag für "Zelt der Völker" ist klar, und ich konnte mir eine gute Struktur aufbauen. An dieser Stelle ein grosses Merci an Heidi, die Volontärin vor mir, die durch ihre Arbeit eine gute Grundlage geschaffen hat. Ich konnte viele Kontakte mit verschiedenen Organisationen knüpfen. Dies half mir, einen Überblick betreffend der Situation und der bestehenden 250 NGO`s in Bethlehem zu verschaffen - was natürlich auch viele Fragen betreffend Doppelspurigkeiten, Sinn, Unsinn etc. hervorrufen. Die dadurch entstandenen Kontakte sind für meine Arbeit wie für meinen soziales Wohlbefinden sehr wertvoll.

… der JugendleiterInnenkurs

Seit Anfangs Januar geht es nun darum, den JugendleiterInnenkurs für "Tent of Nations" zu planen. Letzte Woche hatten wir einen Info-Abend und diesen Mittwoch werden wir nun mit den Kurs starten. Wenn es klappt, sollten am Mittwoch 14 motivierten junge christliche und moslemische Erwachsenen zum ersten Training erscheinen. Ich bin sehr gespannt, wie es wird - ich hoffe, dass wir einen guten Weg betreffend Zusammenarbeit finden werden. Wir treffen uns 2x pro Woche 2 h und für 2 Wochenenden. Die Zeit ist kurz und sehr gedrängt!!

Die Inhalte des Kurses sind: Gruppengründung; Arbeiten in Gruppen; Wertschätzung gegenüber der eigenen/fremden Kultur& Religion; Organisation von Jugendanlässen; Rolle als Leiterin; Gewalt/ Gewaltfreiheit; Verantwortung gegenüber mir und der Gesellschaft; Politisches Denken und Handeln.

Die wichtigsten Ziele des Kurses sind: Grundlagen/Kenntnisse der Organisation einer Jugendgruppe/Jugendarbeit sowie Kenntnisse zur Planung und Durchführung von Jugendaktivitäten erlangen; die Teilnehmenden kennen ihre Stärken und Schwächen und werden mit der Rolle als JugendleiterIn vertraut gemacht; Jahresplan für die zuständigen Jugendgruppen erstellen.

Am Schluss sollten folgende Produkte vorhanden sein: JedeR TeilnehmerIn hat einen Jahresplan für die jeweils zuständige Gruppe; JedeR TeilnehmerIn hat ein Konzept für die entsprechende Jugendgruppe; ca. 6 Themen (z.B. Freundschaft, Umwelt,...) sind zur Umsetzung in der Gruppe ausgearbeitet.

Die Umsetzung versuche ich mit verschiedenen Organisationen vor Ort gemeinsam durchzuführen - ein erster Schritt zur Vernetzung, was leider zwischen den verschiedenen NGO`s hier auf dem Platz Bethlehem oft zu wenig geschieht!

Diese Arbeit stellt an mich eine grosse Herausforderung dar, die ich mit Freude, aber auch Bedenken angehe. Denn was ist, wenn wir nicht die nötigen Personen finden, die bereit sind, nach meiner Abreise für die Jugendarbeit von "Tent of Nations" mehr Verantwortung zu übernehmen? Wird dann einfach alles im Sand verlaufen? Denn eine Jugendarbeit funktioniert nicht alleine mit guten Plänen und Strategien, sondern es braucht eine Motivation und den Willen, die Ideen in Taten umzuwandeln. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es motivierte Leute, die mit viel Elan und Freude sich dieser Aufgabe widmen. Damit die LeiterInnen das auch eingehen, brauchen sie selber eine Betreuung und Unterstützung - ansonsten besteht die grosse Gefahr, dass sie bald die Arbeit frustriert und ausgebrannt niederlegen oder ein Chaos entsteht.


… was es sonst noch zu sagen gibt!

Es ist ermutigend, Organisationen anzutreffen, die nicht nur sprechen sondern konkret aktiv sind. Z.B. wird intensiv an einer Vernetzung der Jugendorganisationen gearbeitet, mit dem Ziel, in einem Jahr eine Art Jugendparlament zu haben, das die Anliegen der Jugendlichen mit PolitikerInnen diskutieren wird.

Gemeinwesenarbeit ist auch sehr gefragt. Es ist nicht gerade einen Agenda 21 Prozess - aber ein ähnliches Vorgehen. Das Ziel ist vor allem die Bevölkerung am politischen Geschehen zu beteiligen und ihnen aufzuzeigen, dass sie etwas bewirken können.

Aus meiner Sicht arbeiten solche Organisationen ( z.B. das Civic Forum Institute, genau www.cfip.org ) am wunden Punkt der Gesellschaft. Durch meine Erfahrungen festigt sich hier meine Meinung, dass EMPOWERTMENT der Bevölkerung der Weg ist, etwas an seiner Lage zu ändern. Das gilt nicht nur für Palästina, sondern ganz allgemein. Ich hoffe, dass noch verstärkt in dieser Richtung gearbeitet wird, damit die PalästinenserInnen als Volk seine Kraft zurückgewinnen kann.


… allgemeine Lage

Nun, die Wahlen sind vorbei, und wir konnten hier in Bethlehem und Umgebung weder Freude noch Trauer fühlen, hören oder sehen. ... der Alltag nahm seinen gewöhnlichen Verlauf! Die Lage ist zur Zeit hier sehr ruhig und bis jetzt konnte ich mich auch immer frei bewegen. Ich sage dazu nicht mehr, weil ihr darüber sicher schon viel gehört habt und genügend Leute darüber schreiben, die fundierteres Wissen in diesem Bereich haben!


…die Mauer

Zu sehen, wie die Mauer täglich wächst, ist zermürbend - man merkt, wie machtlos man gegenüber dieser Tatsache ist. Es ist unglaublich zu sehen, dass dieser menschenrechtswidrige Bau einfach geschehen kann und niemand in der Lage scheint, den Bau zu stoppen - und das alles in unserem 21. Jahrhundert. Wie viel braucht es noch, bis wir auch in diesem Konflikt von unseren Worten der Gerechtigkeit zu den Taten schreiten? Ich denke oft, dass es mit all den NGO`s hier vor Ort keine Probleme mehr geben sollte. Warum sieht es anders aus? Hier möchte ich nur einen Gedanken einflechten von einer Diskussion letzte Woche betreffend der Rolle der Internationalen Organisationen in Palästina. Ein Redner sagte, dass all die verschiedenen Schwerpunkte der Organisationen ja gut sind, jedoch dass die Situation sich wirklich ändert, sollte die Arbeit auch eine politische Wirkung haben, ansonsten bleibt es dabei, Pflaster/das Leiden zu lindern, ohne die Ursachen wirklich anzugehen/zu ändern.

Somit wünsche ich euch allen eine gute Zeit und bis zum nächsten Mal.
Ganz liebe Grüsse aus dem bereits frühlingshaften Palästina
Sibylle

Quelle: www.peacebiketrip.ch
Redaktion: sb, 24.02.05

 

 

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